Geschichte

Der Vorläufer des Flügelhorns wurde in Frankreich unter der Bezeichnung Bugle bereits seit dem 12. Jahrhundert als Signalhorn verwendet. Da das Bugle in der ursprünglichen Form keine Ventile hatte, verfügte es, je nach Länge des Rohres, lediglich über die Obertonreihe eines bestimmten Grundtones.
Um 1800 wurden von deutschen und englischen Infanterieeinheiten Instrumente mit Ventilen in verschiedensten Bauformen entwickelt. So entstanden in hoher Lage das Flügelhorn, in mittlerer Lage das Alt- und das Tenorhorn, in Bass- und Kontrabasslage die Tuba, der Kaiserbass, das Helikon und das Sousaphon. Wegen ihres weichen und etwas groben Klanges haben die Flügelhörner ihren Platz lediglich in der Blasmusik gefunden und, mit Abstrichen - im Sinfonieorchester z. B. bei Mahler.

Charakteristika

Ein Hauptmerkmal der Flügelhörner ist, dass sie bei gleichen Stimmungen in verschiedenen Bauarten auftreten: lang, oval oder rund. Drei oder vier Ventile stehen zur Verfügung. Innerhalb der Blasmusik spielt das Flügelhorn neben der Trompete, die es an Geschmeidigkeit übertrifft, die melodiebetonende Rolle. Das Flügelhorn ist das wichtigste Melodieinstrument in der Egerländer Blasmusik. Die Flügelhornstimmen sind in zwei Stimmen unterteilt. Auch aus der traditionellen Tiroler Blasmusik und aus der Volksmusik ist es nicht wegzudenken, in der modernen Blasmusikliteratur hingegen verliert das Flügelhorn - leider - zunehmend an Bedeutung.

Bauform

Im 19. Jahrhundert entwickeltes Blechblasinstrument aus Messingblech oder Kupfer in gewundener Form, mit Ventilen und kesselartigem Mundstück. Das Rohr ist konisch gebohrt, so dass ein voller und weicher Klang entsteht.