Schlagwerk

Das Schlagwerk wird im Orchester vor allem für Klangeffekte, Rhythmen, Melodien und Harmonien verwendet. Die meisten Instrumente des Schlagwerks sind im Zuge der Janitscharenmusik ins Orchester gelangt. Besonders Carl Orff hat sich intensiv mit dem Schlagwerk auseinander gesetzt und das musikpädagogische Konzept des Orff´schen Instrumentariums entwickelt.


Triangel

Der seit dem 14. Jahrhundert in Europa bekannte Triangel ist im 18. Jahrhundert durch die sogenannte "Türkenmode" erstmals im Orchester verwendet worden. Der Triangel besteht aus einem Stahlstab, der zu einem an einer Ecke offenen Dreieck gebogenen ist. Er wird mit einem geraden Metallstab angeschlagen. Das Dreieck mit einer Schenkellänge von 15 bis 30 cm wird an einer Schlinge frei schwingend an einem Ständer aufgehängt oder in der Hand gehalten.
Der Ton ist in der Höhe nicht bestimmbar, äußerst hell und besitzt die höchste Obertonfrequenz im Orchester. Heute wird der Triangel normalerweise auf einer Linie notiert. Es heißt tatsächlich der Triangel und nicht die Triangel.


Becken

Das Becken stammt aus dem asiatischen Bereich und war im Mittelalter und in der Antike unter dem Namen Kymbala bekannt. Im 18. Jahrhundert gelangt das Becken ins Orchester. Es gibt neben dem im Orchester verwendeten türkischen Becken, das flach ist und gleichmäßig von der Mitte zum äußeren Rand verläuft, das chinesische Becken, das sehr dünn ist, einen aufgebogenen Rand und eine dosenförmige Mitte hat.
Das Becken besteht aus zwei tellerförmigen Metallscheiben aus Messinglegierungen mit einem Durchmesser von 30 bis 50 cm, die in der Mitte mit einer kleinen Kuppelausbuchtung versehen sind. Die Ränder der Scheiben werden mit Schlegeln oder Besen angeschlagen und so zum Schwingen gebracht. Das Becken wird an einem durch ein Loch in der nichtschwingenden Mitte gezogenen Riemen befestigt bzw. gehalten. Teilweise werden auch einzelne Becken an einen Ständer gehängt. Die Tonhöhe ist nicht bestimmbar. Das Becken hat einen schrillen, lang anhaltenden Klang.


Trommeln

Trommeln gehören zu den ersten Instrumenten der Menschheit. Sie sind sowohl bei den Naturvölkern seit Jahrhunderten in Gebrauch als auch schon aus der Zeit des alten Ägypten überliefert. In Europa gibt es seit dem Mittelalter sowohl ein- als auch zweifellige Trommeln. Im 17. Jahrhundert gelangten die Kleine wie auch die Große Trommel ins Orchester. In dieser Zeit wurden auch Spannschrauben zur Fellspannung an den Trommeln befestigt


Kleine Trommel

Die Kleine Trommel, die sich aus der Militärtrommel entwickelt hat, besitzt eine zylindrische Form, eine Höhe von 16-18 cm und der Durchmesser der Felle beträgt 35 cm. Während das obere Fell als Schlagfell dient und in der Mitte angeschlagen wird, wird das untere Fell als Resonanzfell verwendet. Es wird vor allem durch die Luft im Inneren zum Schwingen gebracht.
Bei der Kleinen Trommel sind vier bis zehn Schnarrsaiten über das Resonanzfell gespannt, die den charakteristischen schnarrenden Klang der Trommel erzeugen. Durch das Abnehmen des Schnarrsaitenbezugs wird der Klang dumpfer. Die Felle werden durch Schrauben gespannt, die am Felldruckreifen befestigt sind.
Die Trommel wird mit Schlegeln aus Hartholz angeschlagen. Der Corpus ist heute meistens aus Metall oder Holz und die Felle sind aus gegerbter Kalbs- oder Eselshaut gefertigt.


Große Trommel

Die Große Trommel ist türkischer Herkunft und unterscheidet sich vor allem in den Maßen von der Kleinen Trommel. Sie ist 15-76 cm hoch und hat einen Felldurchmesser von 36-100 cm. Sie wird meistens auf einen kleinen Ständer gestellt, so dass sie von beiden Seiten mit einem oder zwei Schlegeln aus unterschiedlichem Material geschlagen werden kann. Normalerweise benutzt man einen lederbezogenen Holzschlegel für den betonten und eine Rute für den unbetonten Schlag. Auf dem Boden stehend kann die Große Trommel auch mit einer Anschlagmaschine durch den Fuß geschlagen werden.


Glockenspiel

Das in Frankreich aus dem 7. Jahrhundert bekannte Glockenspiel, auch Cymbala genannt, bestand aus verschieden gestimmten Glocken, die nebeneinander aufgehängt waren und mit einem Hämmern oder Stäbchen angeschlagen wurden. Das Glockenspiel diente in erster Linie zur Begleitung liturgischer Gesänge. Seit dem 12. Jahrhundert wurden Glockenspiele in Kirchtürmen verwendet, um den Stundenschlag der Uhr zu markieren.
Im 14. Jahrhundert kam das erste mechanische Glockenspiel mit einer Stiftwalze auf. Im 16. Jahrhundert wurde die Zahl der Glocken auf zwei bis vier Oktaven erhöht. Dadurch und durch die Einführung einer mit den Fäusten geschlagenen Klaviatur wurde ein selbständiges Spielen ermöglicht. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es auch Glockenspiele, bei denen die Glocken durch Metallplatten ersetzt werden. Das moderne Orchesterglockenspiel hat eine zweireihige Klaviatur aus Stahlplatten, die mit Metallhämmern angeschlagen wird und in einem flachen Resonanzkasten liegt (s.a. Celesta). Der Tonumfang reicht von g2-e5


Rassel

Die Rassel ist auf der ganzen Welt verbreitet. Sie wird vor allem als Geräuschinstrument für magische und kultische Handlungen aber auch für Geräuscheffekte verwendet.
Rasseln gibt es in Gefäß-, Reihen- oder Rahmenform. Die Gefäßrassel hat einen runden oder ovalen Hohlkörper aus Holz, Metall, Ton oder anderen Materialien. In diesen Hohlraum sind ein oder mehrere Rasselkörper (Samenkörner, kleine Steine und ähnliches) eingeschlossen. Die Rassel wird durch Schütteln zum Klingen gebracht.


Gong

Der Gong ist ostasiatischer Herkunft und besteht aus einer runden Metallplatte aus Bronze, die entweder gegossen oder gehämmert ist. Der gestimmte Gong hat in der Mitte einen Buckel oder eine Vertiefung, die mit einem weichen Klöppel angeschlagen wird. Der Rand ist in der Regel gebogen, teilweise so weit, dass ein Kesselgong entsteht. Die Größe des Gongs kann sehr unterschiedlich sein.
Die Tamtams haben einen Durchmesser von bis zu 1,50 m und sind auf keinen festen Ton gestimmt. In den asiatischen Gamelan-Orchestern werden meistens mehrere Gongs verwendet. In Europa sind Gong und Tamtam seit Ende des 18. Jahrhunderts in einigen Werken im Orchester vertreten.


Celesta

Die Celesta ist 1886 erstmals von A. Mustel gebaut worden und wurde wenig später von verschiedenen Komponisten in ihren Werken verwendet. Das dem Harmonium ähnliche Stahlplattenklavier hat einen Tonumfang von c1-c5. Die abgestimmten Stahlplatten liegen auf hölzernen Resonanzkästen und werden über eine Tastatur mit Hammermechanik angeschlagen. Der lange Nachhall der Töne kann mit einem Pedal gedämpft werden. Die Celesta hat einen hellen und zarten Klang. Die Klangfarbe ist irgendwo zwischen dem des Glockenspiels und dem der Glasharmonika anzusiedeln.


Xylophon

Man geht davon aus, dass das einfache Klangholz der Vorläufer dieses Instruments ist. Xylophone sind in der ganzen Welt verbreitet. So gibt es sie mit wenigen Klanghölzern in Ozeanien und bei den Indianern in Amerika, in Afrika und Indonesien treten sie mit 5-25 Platten auf. Die indonesischen Xylophone haben als Klangkörper eine unter den Platten angebrachte Röhre, während die Afrikanischen eine Kalebasse als Resonator besitzen. Solche Xylophone sind im 20. Jahrhundert auch nach Europa gelangt. Doch schon in der Antike hat es hier Xylophone ohne Kalebasse gegeben, die erst wieder ab dem 15. Jahrhundert populärer. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde es erstmals im Orchester eingesetzt.
Als Xylophon werden die Instrumente bezeichnet, die durch das Anschlagen von Holzstäben oder Holzplatten einen Ton produzieren. Die Platten der Orchesterxylophone sind klaviaturmäßig auf einem Gestell befestigt und besitzen heute üblicherweise Resonanzröhren. Diese Instrumente werden auch Xylomarimba oder Xylorimba genannt. Um das Mitschwingen des Materials zu vermeiden, werden die Platten auf Fäden gezogen oder liegen auf weichem Material wie zum Beispiel Gummi oder Filz. Angeschlagen werden die Holzplatten mit löffel- oder kugelförmigen Schlägeln. Xylophone werden heutzutage auch gerne als Schulinstrumente verwendet. Der Tonumfang geht von c1 bis c5.
Zu der Klasse der Xylophone gehören auch Marimba, Metallophon und Vibraphon.


Weiteres Schlagwerk

Des Weiteren gehören zum Schlagwerk noch Amboß, Claves, Holzblock, Klappern, Schellen, Kastagnetten, Peitsche ( oh ho ) und Schellentrommel